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15. November Berlin- ESCADA aus dem Pelzhandel kicken

28. 09. 2008




Animal Liberation!
‚Tiere‘ werden in unserer Gesellschaft zu Objekten gemacht. Sie sind Leidtragende eines Herrschaftsverhältnisses, in dem sie vom Menschen abgespalten und der totalen Verwertbarkeit preisgegeben werden. Mit unserer Großdemo wollen wir ein Zeichen setzen gegen diese Ausbeutung nicht-menschlicher Tiere. Zudem beteiligen wir uns an einer internationalen Kampagne gegen die Pelzindustrie – die Demo soll einer der Höhepunkte der Aktionen im heißen Herbst gegen den Modekonzern ESCADA werden.


Die ESCADA AG ist seit Oktober 2007 Ziel einer Tierrechts- und Tierbefreiungskampagne des Globalen Netzwerks gegen die Pelzindustrie. Kampagnen, die sich gegen einzelne Unternehmen richten, haben sich als geeignete Methode erwiesen, um effektiv gegen Tierausbeutung vorzugehen. Langfristiges Ziel ist die Beendigung der Herrschaft über nicht-menschliche Tiere. Ein Mittel zum Zweck dazu ist eine auf ein spezielles Thema - in diesem Fall ‚Pelz‘ - gerichtete Kampagne, durch die sich mittelfristige Erfolge erzielen lassen. Beispiele für das Ergebnis unserer erfolgreichen Kampagnenarbeit sind der komplette Ausstieg von Peek & Cloppenburg, KarstadtQuelle, C&A und anderer aus dem ‚Pelz’handel.
Der Modekonzern ESCADA zeigt sich hingegen weiterhin gleichgültig gegenüber dem Leiden der ‚Pelztiere‘. Der Ausstieg der ESCADA AG aus dem Pelzhandel wird Signalwirkung für die gesamte sogenannte Luxusindustrie haben und der Botschaft Ausdruck verleihen, dass der Pelzkleidung keine Eleganz, nichts Ästhetisches anhaftet, weil Gewalt nie ästhetisch, nie schön sein kann.

Gegen Speziesismus!
‘Tiere’ sind fühlende und leidensfähige Individuen, die in dieser Gesellschaft systematisch ausgebeutet werden, um verschiedenste menschliche Interessen zu befriedigen. Das geschieht immer gegen die Interessen der Tiere und ist mit einem Ausmaß an Gewalt verbunden, das schier unbegreiflich ist. Sie werden ihrer Freiheit beraubt, in Zirkussen und Zoos lebenslänglich eingesperrt und ausgestellt; in Tierversuchslaboren gefoltert; für die ‘Lebensmittelproduktion’ werden sie gezüchtet, ihrer Kinder beraubt, auf engstem Raum zusammen eingepfercht oder von ihren Artgenoss_innen getrennt. Sie werden tagtäglich gezwungen zu funktionieren und eine Quote zu erfüllen. Genügend Milch, Eier, lustige Tricks, schönes Fell, schnell dick und fett werden, gebähen, Versuche durchstehen usw.

Um die Herrschaft über nichtmenschliche Tiere begreifbarer zu machen ist es sinnvoll, sich mit dem Begriff ‚Speziesismus‘ zu beschäftigen. Analog zu Begriffen wie Rassismus oder Sexismus wird Speziesismus verwendet, um ein Herrschaftsverhaltnis zu benennen und zu analysieren. Dabei sind die verschiedenen Diskriminierungs- und Herrschaftsformen nicht gleichsetzbar, haben sie doch jeweils eigene, spezifische Ausprägungsmerkmale. Jedoch weisen sie viele Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten auf und stützen sich gegenseitig. Mit Speziesismus wird die Abwertung von Individuen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer anderen Spezies, oder besser gesagt anhand der Nicht-Zugehörigkeit zur Spezies Mensch bezeichnet. Unter speziesistischen Herrschaftsverhältnissen ist nur das Interesse, das Menschen an der Verwertbarkeit der Tiere haben von Bedeutung. Als speziesistisch können sowohl praktische Gewaltverhältnisse, wie in ‘Legebatterien’ und in ‘Schlachthäusern’, als auch gedankliche Konzepte, die die Tiere als ‚das Andere‘ konstruieren, beschrieben werden. ‚Das Andere‘ ist insofern konstruiert, weil die Grenze zwischen Mensch und Tier nicht einfach gegeben ist, sondern immer wieder machtvoll gezogen wird. Diese Grenzziehung hat sich historisch immer wieder verschoben. Was jedoch unverändert blieb ist die Tatsache, dass sie als natürlich und somit unerschütterlich dargestellt wird.

Für die Befreiung!
Als antispeziesistische Bewegung kritisieren wir dieses Herrschaftsverhältnis grundlegend und treten für die Befreiung von menschlichen sowie nicht-menschlichen Individuen ein. Dabei geht es uns nicht um größere Käfige oder eine ‚bessere Art der Haltung‘, sondern darum, die Käfige an sich abzuschaffen und Tiere aus der Position des Objekts für die Menschen zu befreien. Darin unterscheiden sich unsere Forderungen von denen des Tierschutzes, der die Herrschaft über Tiere nur reformieren und ‚übertriebene Grausamkeiten‘ einschränken möchte. Wir setzen uns jedoch für deren komplette Abschaffung ein. Tierbefreiung meint dabei nicht nur, ganz praktisch die Tiere aus den Käfigen zu holen, sondern bezieht sich auch auf die Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Grundlage von Herrschaft und Ausbeutung sind.

Animal Liberation: ESCADA aus dem Pelzhandel kicken!